Bildschirmzeit bei Kindern nach Alter: Was die Leitlinie empfiehlt und wie daraus eine Familienregel wird

Geschrieben vom KlusQuest-Team · Geprüft am

Die deutsche S2k-Leitlinie unter Federführung der DGKJ empfiehlt: unter 3 Jahren keine Bildschirmmedien, von 3 bis 6 höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen, von 6 bis 9 höchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen, von 9 bis 12 höchstens 45 bis 60 Minuten täglich und von 12 bis 16 maximal 1 bis 2 Stunden, spätestens bis 21 Uhr.

Hier findest du die Empfehlungen mit Quelle und Datum und ein Rechenbeispiel für den Familienalltag. Medizinischen Rat geben wir nicht; wir geben wieder, was die Fachgesellschaften und Behörden schreiben.

Erst Aufgaben, dann Bildschirmzeit. Du legst die Missionen an, bestätigst mit einem Tippen, und die App sagt Stopp.

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Wie viel Bildschirmzeit empfiehlt die Leitlinie für welches Alter?

S2k-Leitlinie „Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“, AWMF-Register Nr. 027-075, Langfassung Version 1.4. Gilt für die Nutzung in der Freizeit.
AlterEmpfehlung
0 bis 3 JahreKeine passive oder aktive Nutzung von Bildschirmmedien
3 bis 6 JahreHöchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen, nicht ohne Anwesenheit der Eltern
6 bis 9 JahreHöchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen
9 bis 12 JahreHöchstens 45 bis 60 Minuten täglich
12 bis 16 JahreMaximal 1 bis 2 Stunden am Tag, bis spätestens 21 Uhr
16 bis 18 JahreOrientierungswert: 2 Stunden am Tag

Wer steht hinter diesen Zahlen?

Die Leitlinie ist eine S2k-Leitlinie, also ein im Konsens erarbeitetes Papier mehrerer Fachgesellschaften. Federführend ist die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ); beteiligt sind unter anderem der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA). Sie erschien im Juli 2023; im Juni 2026 wurde ihre Gültigkeit nach inhaltlicher Prüfung bis zum 14. Juli 2028 verlängert.

Zum eigenen Smartphone schreibt die Leitlinie, Kindern „frühestens ab 9 Jahren, besser frühestens ab 12 Jahren, ein eigenes Smartphone mit eingeschränktem Internetzugang zu überlassen“. Und allgemein: „Je weniger Bildschirmzeit, desto besser.“

Was sagen BIÖG und WHO?

BIÖG, kindergesundheit-info.de, Tabelle „Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen?“ (Stand 02.12.2025); WHO-Leitlinie für Kinder unter 5 Jahren (2. April 2019).
AlterBIÖG (2025)WHO (2019)
Unter 1 JahrAm besten gar nichtNicht empfohlen
1 bis 3 JahreAm besten gar nichtMit 1 Jahr nicht empfohlen; mit 2 Jahren höchstens 1 Stunde, weniger ist besser
3 bis 6 JahreZusammen höchstens 30 MinutenMit 3 bis 4 Jahren höchstens 1 Stunde, weniger ist besser
6 bis 9 JahreZusammen höchstens 30 bis 45 Minuten in der FreizeitKeine Angabe

Warum weichen internationale Empfehlungen ab?

Die WHO betrachtet nur Kinder unter 5 Jahren und nur sitzende Bildschirmzeit. Die American Academy of Pediatrics hat im Januar 2026 ihre festen Grenzen aufgegeben: Wer eine Zahl möchte, bekommt eine Spanne von weniger als einer Stunde für Kleinkinder bis zu „1 bis 2 Stunden pro Tag oder mehr“ für Schulkinder und Jugendliche; wichtiger seien Inhalte und genug Schlaf, Spiel und Bewegung.

Die deutsche Leitlinie bleibt bei konkreten Werten. Für eine Familienregel in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist sie der naheliegende Maßstab. Die bekannte 3-6-9-12-Regel ist übrigens eine Faustregel des französischen Psychiaters Serge Tisseron aus dem Jahr 2008, keine amtliche Empfehlung.

Wie wird aus der Empfehlung eine Regel, die zu Hause hält?

Eine Zahl aus einer Tabelle funktioniert erst, wenn sie jeden Tag gleich ist und niemand darüber verhandeln muss. Ein Beispiel für ein zehnjähriges Kind, für das die Leitlinie 45 bis 60 Minuten täglich nennt.

In KlusQuest stellst du das mit drei Stellschrauben ein. Erstens die freien Minuten pro Tag, etwa 20 Minuten unter der Woche und 30 am Wochenende; sie kosten keine Münzen und werden zuerst verbraucht. Zweitens, was eine Aufgabe einbringt: Du legst fest, wie viele Minuten Bildschirmzeit eine Münze freischaltet und wie viele Münzen eine Mission bringt. Mit zwei Missionen zu je 20 Minuten kommt ein Schultag auf eine Stunde. Drittens die Sperrzeiten: Während der Schule, ab der Schlafenszeit und beim Essen bleiben die ausgewählten Apps gesperrt, auch wenn noch verdiente Minuten übrig sind.

Der Startbildschirm von KlusQuest auf dem iPhone eines Kindes mit „Von Papa oder Mama gesperrt“, „Apps gesperrt“, 30 verfügbaren Münzen und der Schaltfläche „Um mehr Bildschirmzeit bitten“.
So sieht dein Kind gesperrte Apps: Das Münzguthaben bleibt, und um mehr Zeit bitten geht immer.

Was die App nicht für dich regelt

KlusQuest hat keinen Schalter für ein Tageslimit. Die Summe pro Tag ergibt sich aus den freien Minuten und dem, was dein Kind verdient. Gesparte Münzen kann dein Kind später an einem einzigen Tag einsetzen. Wenn du das nicht willst, halte die Belohnung pro Mission klein oder vereinbare zusätzlich eine Tagesregel.

Gezählt werden nur die Apps, die du auf dem iPhone oder iPad deines Kindes auswählst. Fernseher, Spielkonsole und das Schul-Tablet zählen nicht mit.

Gesperrt wird über „Bildschirmzeit“ von Apple auf dem Gerät deines Kindes. Dafür braucht es einen Kinderaccount in deiner Familienfreigabegruppe und deine Erlaubnis für „Bildschirmzeit“ auf dem Gerät deines Kindes. Ohne diese Erlaubnis werden verdiente Minuten zu Gutscheinen, die du selbst verwaltest.

Häufige Fragen von Eltern

Wie viel Bildschirmzeit ist mit 10 Jahren okay?

Die S2k-Leitlinie empfiehlt für 9 bis 12 Jahre höchstens 45 bis 60 Minuten Bildschirmmedien in der Freizeit pro Tag.

Ab wann ein eigenes Smartphone?

Die Leitlinie empfiehlt ein eigenes Smartphone mit eingeschränktem Internetzugang frühestens ab 9 Jahren, besser frühestens ab 12 Jahren.

Zählen Hausaufgaben am Tablet mit?

Die Empfehlungen der Leitlinie beziehen sich auf die Nutzung in der Freizeit. In KlusQuest entscheidest du, welche Apps gesperrt werden; Schul-Apps kannst du draußen lassen.

Gilt die Leitlinie noch?

Ja. Laut AWMF-Register wurde die Gültigkeit im Juni 2026 bis zum 14. Juli 2028 verlängert; die überarbeitete Langfassung (Version 1.4) steht seit September 2026 online.

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Quellen

Stimmt etwas nicht? Schreib uns an support@klusquest.com, dann korrigieren wir es.

Erst Aufgaben, dann Bildschirmzeit. Du legst die Missionen an, bestätigst mit einem Tippen, und die App sagt Stopp.

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